Glossar

Begriffe aus der beruflichen Vorsorge

Altersguthaben

Das Altersguthaben ist die Summe der aufgezinsten Altersgutschriften nach BVG. Bei der PVK wird das Altersguthaben für den Leistungsprimatplan in einer Schattenrechnung geführt.

Die PVK bezeichnet im Beitragsprimatplan die Summe der Sparbeiträge des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers inklusive Zinsen, die während der beruflich aktiven Zeit in der Pensionskasse im Hinblick auf die Pensionierung angespart werden ebenfalls als Altersguthaben.

Altersgutschriften

Järhliche Gutschrift der Beiträge, die in einem Beitragsprimatplan zur Bildung des Alterskapitals gutgeschrieben werden.

Alterskapital

Total des Kapitals, welches durch Altersgutschriften (Beiträge) sowie Einkaufsbeträge inklusive Zinsen angespart wurde. Im Beitragsprimat wird vom Alterskapital mit einem Umwandlungssatz die Rente berechnet.

Anlagekomitee

Das Anlagekomitee wird von der Verwaltungskommission für eine Amtsdauer von 4 Jahren gewählt. Es besteht aus 6 Mitgliedern. Sie haben die Aufgabe, die strategischen Vorgaben zur Vermögensanlage der Verwaltungskommission umzusetzen, den Anlageerfolg zu überwachen und der Verwaltungskommission periodisch zu berichten.  

Anlagestrategie

Die Anlagestrategie wird durch die Verwaltungskommission festgelegt. Sie bestimmt wie viel des Anlagevermögens in welche Anlagekategorien investiert werden soll. Die Strategie basiert auf der Risikofähigkeit der Pensionskasse und der Risikobereitschaft der Verwaltungskommission. Aus der Soll-Anlagestruktur kann die künftige Ertragserwartung berechnet werden, die wiederum zur Bestimmung des technischen Zinssatzes dient. Um dem Portfoliomanager etwas Freiraum zu lassen in dem er eine Überperformance generieren kann und um eventuell auf eine kurzfristige schlechtere Entwicklung einzelner Märkte reagieren zu können, ergänzt man den strategischen Wert mit einer Bandbreite in der sich der Portfoliomanager bewegen darf. Diese Bandbreiten sollen weder über noch unterschritten werden.

Asset and Liability Management Studie

Die Studie stellt dar, wie hoch die zu erwartende Rendite der Vermögensanlagen basierend auf der Anlagestrategie liegt. Zusammen mit den Beiträgen muss der Vermögensertrag ausreichen, um die laufenden und künftigen Verpflichtungen zu bezahlen. Die Pensionskassen müssen die Anlagestrategie periodisch (ca. alle 3 bis 5 Jahre) überprüfen. Die PVK hat diese Studie letztmals im Frühjahr 2012 erstellen lassen.

Auffangeinrichtung

Die Auffangeinrichtung ist eine Vorsorgeeinrichtung. Sie versichert zwangsweise jene Arbeitgeber, die ihrer Pflicht zum Anschluss an eine Vorsorgeeinrichtung nicht nachkommen. Ein freiwilliger Anschluss an die Auffangeinrichtung ist auch möglich. Ihr müssen zudem die Freizügigkeitsleistungen überwiesen werden, die nicht anderweitig überwiesen werden können. 

Ausgangsdeckungsgrad

Wählt eine öffentlich-rechtliche Vorsorgeeinrichtung für die Ausfinanzierung die Teilkapitalisierung, muss sie einen Ausgangsdeckungsgrad festlegen, der anschliessend nicht mehr unterschritten werden darf.

Austrittsleistung

Die Austrittsleistung (oder auch Freizügigkeitsleistung) ist derjenige Betrag, der beim Austritt aus der Pensionskasse an die neue Vorsorgeeinrichtung überwiesen wird. Im Beitragsprimat entspricht sie dem Altersguthaben. Im Leistungsprimat ist es der höchste Betrag aus dem Altersguthaben nach BVG, dem Mindestbetrag nach Artikel 17 FZG und dem Barwert der erworbenen Leistung Art. 16 FZG. Die Austrittsleistung wird auch zur Berechnung eines möglichen WEF-Vorbezugs herangezogen und muss im Scheidungsfall geteilt werden (erworbene Austrittsleistung während der Ehe).

Autonome Kasse

Autonom ist eine Vorsorgeeinrichtung, welche die Risiken Tod und Invalidität, wie die PVK,  auf Grund ihrer Grösse selbst und ohne Rückversicherung trägt.

Barwert

Geldbetrag, der dem heutigen Wert von künftigen Leistungen oder Beiträgen entspricht.

Beiträge

Die Beiträge dienen der Finanzierung der Leistungen. Die Beitragshöhe ist bei der PVK altersabhängig gestaffelt. Der Arbeitgeber bezahlt 60 Prozent, die Arbeitnehmer 40 Prozent der gesamten Beiträge. Die Beiträge werden in der Regel monatlich vom Lohn abgezogen, bzw. den Arbeitgebenden in Rechnung gestellt.

Beitragsjahre

Als Beitragsjahre zählt die Zeit, in der Beiträge an die PVK entrichtet wurden.

Beitragsprimat

Das Beitragsprimat ist ein Finanzierungssystem, das Leistungen auf Grund der einbezahlten Beiträge und den Zinsgutschriften ausrichtet. Das im Vorsorgefall vorhandene Altersguthaben wird mit einem Umwandlungssatz in eine Rente umgerechnet.

Beitragssatz

Bezeichnet die höhe des Beitrags in Prozenten des versicherten Lohnes, des koordinierten Lohnes nach BVG oder einer Differenz des versicherten Lohnes (z.B. die Lohnerhöhungsnachzahlungen).

Benchmark

Die Benchmark ist eine Referenzgrösse, an dem die Performance (Erfolg) einer Vermögens-anlage oder eines Portfolios gemessen wird. Als Benchmark dienen z.B. Aktien- oder Obligationen-Indizes, die eine Kennzahl bezüglich Kursentwicklung von Aktien oder Obligationen an der Börse darstellen.

Deckungsgrad

Der Deckungsgrad zeigt das Verhältnis zwischen dem vorhandenen Vorsorgevermögen und den eingegangenen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten. Liegt der Deckungsgrad unter 100% liegt eine Unterdeckung vor. Liegt der Deckungsgrad über 100% hat die Vorsorgeeinrichtung Wertschwankungsreserven und evtl. sogar freie Mittel.

Deckungskapital

Die Summe der Verpflichtungen gegenüber den Versicherten bezeichnet man als Deckungskapital. Bei den Pensionskassen wird für die künftige Rente das Kapital angespart und soll vollständig geäuffnet werden im Gegensatz zum Umlageverfahren, bei dem die laufenden Renten durch die Beitragszahler finanziert werden. Für die eigene Rente wird jedoch nichts angespart (AHV). 

Erhaltung des Vorsorgeschutzes in anderer Form

Falls beim Austritt aus der Pensionskasse ohne Eintritt des Leistungsfalles noch keine neue Vorsorgeeinrichtung bekannt ist, wird die Austrittsleistung zur Erhaltung des Vorsorgeschutzes in anderer Form auf ein Sperrkonto bei einer Freizügigkeitseinrichtung oder eine Freizügigkeitspolice überwiesen. Tritt ein Vorsorgefall ein, während das Geld auf einem Freizügigkeitskonto liegt, entsteht kein Rentenanspruch. Es wird nur das vorhandene Kapital ausbezahlt.

Freizügigkeitsleistung

siehe Austrittsleistung

Individuelles Sparkonto

Beim Neueintritt wird die eingebrachte Freizügigkeitsleistung an die Einkaufsmöglichkeiten angerechnet. Übersteigt die eingebrachte Freizügigkeitsleistung die Einkaufsmöglichkeiten, wird der Überschuss auf ein internes Sparkonto überwiesen. Das Sparkonto hat die Funktion eines Sperrkontos und kann z.B. für den Auskauf des Rentensatzes bei vorzeitiger Pensionierung genutzt werden oder wird mit der Pensionierung als Kapital zur Rente ausbezahlt.

Koordinationsabzug

Die Vorsorgeleistungen der Pensionskassen werden mit den Leistungen aus der 1. Säule (AHV und IV) koordiniert. Deshalb wird normalerweise der Bruttolohn um den Betrag reduziert, welcher der aktuellen AHV-Rente entspricht. Bei der PVK entspricht der Abzug 27‘840 Franken bei einem Beschäftigungsgrad von 100 Prozent. Im Beitragsprimatplan entspricht der Koordinationsabzug 30 Prozent des Bruttolohns, maximal 27‘840 Franken.

Koordinierter Lohn BVG

Der koordinierte Lohn entspricht dem Bruttolohn abzüglich Koordinationsabzug nach BVG. Er bildet die Basis für die Berechnung der Altersgutschriften nach BVG und somit zur Bestimmung des Alterskapitals nach BVG.

Lohnerhöhungsnachzahlung

Im Leistungsprimat sind die Leistungen vom letzten versicherten Lohn massgebend. Wenn der versicherte Lohn steigt, steigen automatisch auch die anwartschaftlichen Leistungen. Damit diese Leistungsverbesserung finanziert werden kann, werden Lohnerhöhungsnachzahlungen fällig. Der Arbeitgeber bezahlt seinen Anteil im ersten Monat nach der Erhöhung, die Arbeitnehmer bezahlen ihren Anteil in 12 Monatsraten.

Performance

Kennzahl für den Erfolg einer Vermögensanlage oder eines Portfolios.

Quellensteuer

Bei ausländischen Staatsangehörigen werden die Steuern an der Quelle also direkt vom Lohn in Abzug gebracht. Dasselbe Prinzip gilt auch für Austrittsleistungen, die an ein Mitglied bar ausbezahlt werden. Die Vorsorgeeinrichtung zieht den geschuldeten Betrag direkt von der Austrittsleistung ab. Die Quellensteuer wird auch von Rentenleistungen abgezogen, wenn der Leistungsempfänger seinen Wohnsitz im Ausland hat. 

Risikoschwankungsfonds

Jede Vorsorgeeinrichtung führt auf Basis der Berechnungen des Pensionsversicherungsexperten einen Risikoschwankungsfonds zur Absicherung von extremen Schwankungen bei den Risiken Tod und Invalidität.

Rückstellung für Grundlagenwechsel

Bei der Erstellung der technischen Grundlagen stellt man seit Jahren eine stetige Zunahme der Lebenserwartung fest. Dies zwingt die Vorsorgeeinrichtungen zu jährlichen Rückstellungen von 0,5 Prozent der Deckungskapitalien. Durch diese Rückstellung kann bei der Umstellung auf neue Grundlagen vermieden werden, dass die Pensionskasse ungewollt in eine Unterdeckung fällt. 

Sicherheitsfonds

Der Sicherheitsfonds garantiert die Leistungen von Vorsorgeeinrichtungen bei deren Zahlungsunfähigkeit bis zu einem gesetzlich definierten Maximalanspruch. Er richtet zudem Leistungen an Kassen mit ungünstiger Altersstruktur des Versichertenbestandes aus. Die Vorsorgeeinrichtungen bezahlen für diese Leistungen einen Promille-Satz auf den BVG-Altersguthaben, den ausbezahlten Freizügigkeitsleistungen und den laufenden Renten.

Technischer Zins

Die Vermögenserträge sind ein wesentlicher Bestandteil der Finanzierung in der beruflichen Vorsorge. Deshalb wird in Anlehung an die künftig zu erwartenden Vermögenserträge ein technischer Zinssatz festgelegt. Dieser dient zur Berechnung der notwendigen Deckungskapitalien und der Finanzierung der künftigen Rentenansprüche.

Technische Grundlagen

Die technischen Grundlagen basieren auf biometrischen Grundlagen. Darunter versteht man z.B. die Wahrscheinlichkeit zu sterben, invalid zu werden oder verheiratet zu sein. Die Daten werden aus Statistiken über grosse Versicherungsbestände gewonnen und über mehrere Jahre ausgewertet. Diese in Barwerttabellen zusammengestellten Werte nennt man technische Grundlagen. Die PVK verwendet seit 2011 die Tabellen BVG 2010.

Teilautonome Kasse

Eine teilautonome Vorsorgeeinrichtung ist nicht in der Lage, ihre Risiken, insbesondere bei Tod und Invalidität selbst zu tragen. Sie überträgt diese einer Rückversicherung (Stopp-loss-Versicherung).

Teilkapitalisierung

Ausfinanzierungssystem für öffentlich-rechtliche Vorsorgeeinrichtungen, bei dem innerhalb von 40 Jahren ein Deckungsgrad von mindestens 80 Prozent erreicht werden muss.

Todesfallkapital

Entsteht im Todesfall kein Leistungsanspruch (Ehegattenrente oder Waisenrente), haben weitere Angehörige Anspruch auf ein Todesfallkapital gemäss Artikel 16 PVR.

Überbrückungsrente

Bei der PVK ist das offizielle Rücktrittsalter bei 63 Jahren. Die Versicherten können bis zum Erreichen des AHV-Alters eine Überbrückungsrente beziehen. Die Hälfte der Über-brückungsrente ist kollektiv vorfinanziert. Die zweite Hälfte wird durch den Versicherten mit einer lebenslänglichen Rentenkürzung nachfinanziert.

Umwandlungssatz

Der Umwandlungssatz bestimmt im Beitragsprimat die Rentenhöhe. (Das vorhandene Alterskapital wird mit dem Umwandlungssatz multipliziert. Für die Bestimmung des Umwandlungssatzes fliessen die durchschnittliche Lebenserwartung und der technische Zinssatz ein. Bei zunehmender Lebenserwartung muss dasselbe Kapital auf eine längere Bezugsdauer verteilt werden. Somit sinkt der Umwandlungssatz. Bei Senkung des technischen Zinssatzes wird künftig auf dem verbleibenden Rentendeckungskapital weniger Vermögensertrag erwartet. Dadurch muss der Umwandlungssatz gesenkt werden.

Verpfändung

Anstelle eines Vorbezugs WEF kann die vorhandene Austrittsleistung auch verpfändet werden. Solange keine Pfandverwertung erfolgt, bleiben die bisherigen Rentenansprüche unverändert bestehen.

Versicherter Lohn

Bruttojahreslohn abzüglich Koordinationsabzug nach den Bestimmungen der PVK. Der versicherte Lohn ist die Basis für die Berechnung der Beiträge und im Leistungsprimatplan auch der Leistungen. Der versicherte Lohn ist nicht zu verwechseln mit dem koordinierten Lohn BVG, weil die Koordinationsabzug für die Berechnung des versicherten Lohnes mit dem Beschäftigungsgrad multipliziert wird, während der Koordinationsabzug nach BVG immer vollumfänglich abgezogen wird. 

Versicherungsjahre

Sie setzen sich aus den Beitragsjahren zuzüglich eingekaufte Jahre zusammen. Die Versicherungszeit wird durch einen Vorbezug WEF, Teilung der Austrittsleistung bei Scheidung und/oder beim unbezahlten Urlaub gekürzt. 

Verwaltungskommission

Die Verwaltungskommission ist das oberste Organ der PVK. Sie ist paritätisch zusammengesetzt mit 6 Arbeitnehmenden- und 6 Arbeitgebendenvertretern. Die Mitglieder sind jeweils für eine Amtsdauer von 4 Jahren gewählt. Das Präsidium wechselt alle 2 Jahre von einem Arbeitgebervertreter zu einem Arbeitnehmervertreter und umgekehrt. Die Verwaltungskommission nimmt die Aufgaben nach Art. 51a BVG wahr und erlässt die Verordnungen gem. Artikel 3 Personalvorsorgereglement und bestimmt insbesondere die Höhe der Beiträge.

Vollkapitalisierung

Ausfinanzierungssystem für öffentlich-rechtliche Vorsorgeeinrichtungen, bei dem innerhalb von 10 Jahren ein Deckungsgrad von 100 Prozent erreicht werden muss.

Vorbezug WEF

Im Rahmen der Wohneigentumsförderung können angesparte Gelder bei der Pensionskasse für den Erwerb von selbstbewohntem Wohneigentum eingesetzt werden. Die Höhe des Vorbezugs ist auf die Austrittsleistung im Alter 50 beschränkt. Der minimale Vorbezug beträgt 20‘000 Franken. Ein Vorbezug bewirkt immer eine Leistungskürzung auf den künftigen Leistungsansprüchen.

Vorsorgekapital

Das Vorsorgekapital entspricht den Verpflichtungen gegenüber den Versicherten. Es wird auf Grund der versicherungstechnischen Grundlagen berechnet. Dazu zählen z.B. Wahrscheinlichkeiten zu sterben, invalid zu werden, verheiratet zu sein oder im Zeitpunkt des Vorsorgefalls Kinder zu haben. Der technische Zins ist ebenfalls ein wichtiger Parameter. (s. auch Deckungskapital)

Wertschwankungsreserve

Reserve, um die Kursschwankungen der Anlagemärkte auffangen zu können. Die Wert-schwankungsreserve wird auf Basis der Anlagestrategie festgelegt. Jede Anlagekategorie hat ein berechenbares Risiko. Die Risiken einzelner Kategorien können sich gegenseitig auch reduzieren, wenn sich die Anlagemärkte jeweils gegenläufig verhalten. Unter Berücksichtigung eines Sicherheitsniveaus wird in der Regel mit 2 Standardabweichungen gerechnet. Die Höhe der Wertschwankungsreserve bei der PVK ist in der Anlageverordnung festgelegt und beträgt mit einer Sicherheit von 95 Prozent über 3 Jahre einen Wert von 21.9 Prozent. 

Zieldeckungsgrad

Wählt eine öffentlich-rechtliche Vorsorgeeinrichtung das Ausfinanzierungssystem der Teilkapitalisierung, muss sie auch einen Zieldeckungsgrad festlegen, der nach 40 Jahren erreicht werden muss.

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